Möglichkeiten
vor Ort auf Hof EigenSicht

Jede tiergestützte Intervention ist ganz individuell und das ist mir auch besonders wichtig. In einem ersten Kennlerngespräch, können wir uns zunächst unterhalten, über die Lebenssituation, wo Sie als Mensch oder Ihr Kind gerade stehen, wo Sie Unterstützung benötigen, was Ihr Anliegen ist, warum Sie gerne in den Kontakt zu Tieren kommen möchten und was Sie sich für sich wünschen. Es besteht die Möglichkeit zum Einen in der freien Begegnung mit den Tieren zu arbeiten und sich von den Tieren die Bestätigung abzuholen, dass Sie richtig sind, so wie Sie sind. Das können schöne und bewegende Erlebnisse sein. Jeder Mensch hat vom Grundsatz das Bedürfnis sich angenommen zu fühlen mit dem was wir mitbringen. Neues an sich selbst und der Umwelt mag entdeckt werden und darf sich in seiner Individualität zeigen, in allen Facetten: Negative Emotionen dürfen angeschaut werden, Ressourcen geweckt werden. Eine behutsame Innenschau ergibt sich natürlich und neutral, sehr passend im Angesicht der Natur, die vor Ort eine wunderschöne Weitsicht bietet.
Wenn Ihr Kind von mir und den Tieren unterstützt werden soll, würden Sie als Eltern mir etwas über Ihr Kind erzählen und wir würden gemeinsam schauen was Ihrem Kind gut tun kann für seine Entwicklung und (Förder)- Ziele festlegen. Diese können dann mit Hilfe im Zusammensein und der Interaktion mit den Schafen erlernt, erlebt und trainiert werden.
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Training und Förderung sozialer Kompetenzen ( bspw. nach Petermann) können sein: Verhaltensorientierendes Training, Selbstkontrolltraining (Verbesserung der Selbstkontrolle, Impulskontrolle und Selbststeuerung), Training sozialer Problemlösung, Empathie Förderung, Training zur Fähigkeit der Perspektivübernahme (altersabhängig), Selbstwirksamkeitserfahrung, Förderung der (sozialen) Wahrnehmung, Vermittlung von Strategien zur Emotionsregulation.
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Weitere Ziele können sein: Einhalten von Regeln, Frustrationstoleranz und Impulskontrolle, Kritikfähigkeit, Kommunikation und Ausdrucksverhalten (verbal und nonverbal), Bedürfnisse erkennen, Verantwortung übernehmen, Vertrauen aufbauen, eigene Ängste überwinden, Üben kooperativen Verhaltens, Austragen gewaltfreier Konflikte, gemeinsam Problemlösestrategien entwickeln
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Der Ablauf (angepasst an Setting) z. B. mit Kindern :
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- Gleich strukturierter Ablauf für die Kinder, da es Sicherheit und Orientierung vermittelt:
- Kennenlernen und vermitteln von Verhaltensregeln, die alle Beteiligten einhalten müssen im Umgang mit den Schafen (nicht extra erschrecken, lautes Rufen, schnelle Bewegungen vermeiden, treiben der Tiere etc., füttern ohne Absprache und nur Futter welches ich vor Ort habe oder vorher gesehen habe)
- Besprechung vor der Interaktion mit den Tieren was in der jeweiligen Einheit unternommen wird und was das Kind machen möchte /Auswahl der oder des Tieres, Wünsche des Kindes berücksichtigen
- Allgemeine Informationen über die Schafe, die aktiv miterarbeitet werden können
- Vorstellen der Tiere und deren einzelner Schafspersönlichkeiten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die bei der tiergestützten Arbeit zum Einsatz kommen können. So z.B. die freie Begegnung, der Schafsspaziergang oder der Hindernis-Parcours.

Die freie Begegnung:
Ein Areal ist abgesteckt oder die Tiere sind in ihrem Paddockgehege. Die Tiere können beobachtet werden. Wir können gemeinsam das Verhalten der Tiere beobachten und interpretieren. So kann auch gerade bei ängstlichen Kindern Schritt für Schritt eine Annäherung stattfinden, Ängste können abgebaut werden. Es kann sich abgesprochen innerhalb des Zaunes bewegt werden und die Tiere bspw. gefüttert werden, gekrault und gestreichelt werden oder auch mal gebürstet.
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Der Schafsspaziergang:
Die Schafe werden angelockt und es werden die Geschirre und Leinen angelegt. Das kann gemeinsam mit den Kindern geübt werden und später selbständiger durchgeführt werden. Wir gehen gemeinsam mit den Schafen spazieren (Absprache welches Kind Leine mit Schaf führen darf, Runde/Dauer). Unterwegs können die Tiere ruhig Fresspausen machen. Es wird (in erster Linie durch mich) darauf geachtet, dass die Tiere keine Giftpflanzen zu sich nehmen. Bei gutem Wetter/ nach Wunsch und Absprache kann als kleines Zusatz- Event ein kleines Picknick für die Kinder (Kekse, Obst, Getränk) eingebaut werden.
Der Hindernis-Parcours:
Motorische Förderung gepaart mit Spaß und Spiel: Mittels kleinem mobilen Hindernis- Parcours, mit dem die Kinder mit den Schafen ein Hindernistraining üben können.
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Zum Abschluss:
Die Tiere werden wieder in das abgesteckte Areal gebracht und von Leinen und Geschirr befreit. Sie werden z.B. noch versorgt mit Futter und Wasser. Die Kinder können sich verabschieden von den Tieren.
Zur Hygiene: Händewaschen nach Beendigung des Settings. Meine Tiere werden regelmäßig nach Vorschrift entwurmt und tierärztlichen Kontrollen unterzogen.
Es findet je nach Alter des Kindes und der individuellen Situation angepasst ein Austausch statt. Wie es den Kindern ergangen ist, wie sie sich fühlen und was sie zukünftig gerne machen oder üben würden und was sich evtl. auch nicht angenehm angefühlt hat. Darüber kann gesprochen werden und nach Möglichkeit von mir mit den Kindern eine Lösung gesucht werden.
Je nach Setting und Zeitkapazität kann noch ein (Gruppen)-Spiel (je nach Gruppendynamik und Alter der Kinder angepasst) stattfinden.
Tiergestützte Therapie ist vielgestaltig und richtet sich immer nach den individuellen Bedürfnissen des Menschen. Zu einem beispielhaftem Ablauf vor Ort geht es hier.
